Sozialraumorientierung
Ein besonderes Merkmal der Einschulungsdaten besteht darin, dass seit 2005 der Wohnort des Kindes in der Berliner Systematik der Lebensweltlich Orientierten Räume (LOR; https://www.berlin.de/sen/sbw/stadtdaten/stadtwissen/sozialraumorientierte-planungsgrundlagen/lebensweltlich-orientierte-raeume/ ) erfasst wird, so dass diese für sozialräumliche Analysen genutzt werden können. Dadurch lassen sich sozialräumliche Disparitäten in der gesundheitlichen und sozialen Lage der Kinder und ihrer Familien aufzeigen. Hieraus werden räumlich differenzierte Informationen über Handlungsbedarf und Zielgruppen für Gesundheitsförderung, Prävention und Intervention gewonnen.
Übersicht über die Prognoseräume (LOR-PR) in Berlin
SenWGP
Änderung der LOR-Systematik und deren Folgen für die ESU-Daten
Die wachsende Stadt machte eine Überarbeitung der LOR-Systematik (Federführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) erforderlich, die vom Senat beschlossen und seit dem 01.01.2021 in Kraft getreten ist. Auf der ersten Ebene sind nunmehr 542 Planungsräume statt bisher 447 Planungsräume festgelegt, die auf der zweiten Ebene zu 143 (vorher 138) Bezirksregionen und auf der dritten Ebene zu 58 (vorher 60) Prognoseräumen aggregiert werden. Für die sozialräumlichen Auswertungen der Einschulungsdaten wurde die Ebene der Prognoseräume ausgewählt. Diese lässt Auswertungen zu, die deutlich differenzierter sind als auf Bezirksebene, gewährleistet aber andererseits hinreichend große Fallzahlen, um auf einen Einschulungsjahrgang bezogene statistische Analysen sinnvoll durchführen zu können.
Für einzelne Merkmale reichen in einigen Prognoseräumen die Fallzahlen dennoch nicht aus, um statistisch belastbare Aussagen zu treffen. Deshalb werden für Prognoseräume mit weniger als 100 untersuchten Kindern keine Anteile ausgewiesen und stattdessen das Zeichen "/" in der Tabelle eingefügt.
Bei der Interpretation der Veränderungen auf Prognoseraumebene über die Zeit ist jedoch Vorsicht geboten, da aufgrund der kleineren Fallzahlen von Kindern pro Prognoseraum erfahrungsgemäß teils größere Schwankungen von Jahr zu Jahr zu beobachten sind. Für verlässlichere Aussagen zu Veränderungen auf dieser räumlichen Ebene sollten daher die Daten mehrerer Jahre herangezogen werden. Zudem ist die ab dem Einschulungsjahrgang 2013 wirksame Änderung der Grundgesamtheit zu beachten, die die Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit den Vorjahren einschränkt.
SenWGP
Ab den Daten 2022 ist aufgrund des neuen Zuschnittes der Prognoseräume der zeitliche Vergleich nicht mehr in allen Fällen möglich:
• Für die Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow, Steglitz-Zehlendorf, Neukölln, Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg gibt es keine Veränderung des Zuschnitts auf der Ebene der Prognoseräume. In Steglitz-Zehlendorf wurde lediglich eine Anpassung der Bezeichnung vorgenommen.
• In Spandau kommt es zu kleineren Grenzveränderungen aufgrund von Blockverschiebungen, der eigentliche Prognoseraumzuschnitt bleibt unverändert. Dies sollte bei Veränderungen im Zeitverlauf mitberücksichtigt werden.
• In Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg, Treptow-Köpenick und Reinickendorf ist der Zuschnitt der Prognoseräume verändert, so dass eine direkte Vergleichbarkeit zu Vorjahren nicht mehr gegeben ist. Für Details wird auf die Dokumentation der LOR-Änderungen (https://www.berlin.de/sen/sbw/_assets/stadtdaten/stadtwissen/lebensweltlich-orientierte-raeume/dokumentation_zur_modifikation_lor_2020.pdf?ts=1702425640) verwiesen.